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9 Tipps für entspanntere Autoreisen mit Babys und Kleinkindern

Rundreise Jütland Bjerregard

Jedes Kind verhält sich auf Autofahrten unterschiedlich. Manche Babys schlafen einfach gemütlich in der Babyschale, andere schreien von Abfahrt bis zum Ziel. Wir kennen beides und geben in diesem Artikel unsere besten Tipps weiter, für angenehme Autoreisen mit Babys und Kleinkindern.

Babys der Sorte 1: Die problemlosen Mitfahrer

Die erste Sorte von Kindern ist schnell besprochen. Babys, die während der Fahrt schlafen und so Energie für nach der Fahrt tanken, sind ein Traum für die Eltern. Bei Autoreisen mit Babys, die so unproblematisch sind, muss man lediglich die Fahrt auf den Vormittag legen, damit sie nicht am Abend ausgeschlafen ankommen und dann – top fit und wach – die folgende Nacht zum Tag machen. Ja, auch solche Kinder gibt es und wir haben eins davon.

Babys der Sorte 2: Autoreisen mit Babys, die nicht gerne im Auto mitfahren

Auf der anderen Seite gibt es Säuglinge, die nicht gerne Auto fahren. Auch diese Sorte Kinder haben wir. Man muss sich hier einfach mal in die Lage der kleinen Mitfahrer begeben: Sie befinden sich in einer mehr oder weniger weichen Schale, sind dort auf dem Rücken liegend fest angeschnallt, haben den Blick auf einen Sitzbezug anstatt zur Mami und werden rückwärts bewegt und dabei durchgerüttelt. Und nein – es entspricht nicht dem Gefühl, das ein Kind hat, wenn es sich noch im Bauch der Mami befindet!

Irgendwie verständlich also, dass es Babys gibt, die damit nicht gut umgehen können und daher von Abfahrt bis zum Ziel durchschreien. Auf der Liste der Gründe, warum Kinder schreien, wäre das schlicht die Angst, die sie dazu bewegt. Aber auch die weiteren Gründe wie Hunger, Müdigkeit, Schmerzen oder die volle Windel können sich dazugesellen. Spätestens jetzt wird wohl jedem klar, dass diese armen Wesen auch nach einer Pause nicht mehr zurück in diesen Sitz möchten. Nur blöd, wenn man noch ein paar Kilometer vor sich hat.

Wie macht man den kleinen Mitfahrern die Fahrt möglichst angenehm?

Im Idealfall erreicht man durch ein paar Tricks, dass Kinder der Sorte 2 zu Kindern der Sorte 1 werden. Aber wie geht das?

Natürlich sollte man möglichst nicht mit einem Neugeborenen versuchen, eine mehrstündige Autofahrt in die Sommerferien zu unternehmen. Stattdessen muss man erst einmal schauen, wie es mit dem Autofahren generell klappt. Kurze Wochenendausflüge sind hierfür bestens geeignet. Man bekommt dann schnell mit, wie gut das Baby im Auto mitfährt.

Bevor man die Langstrecke – zum Beispiel in die Sommerferien – in Angriff nimmt, sollte man sich zudem ein paar Gedanken machen, wie man den kleinen Mitreisenden die Fahrt möglichst angenehm gestaltet. Hunger, Müdigkeit, Schmerzen, Angst oder Windel voll sind also bei der Autofahrt möglichst zu vermeiden. Die folgenden von uns erprobten Punkte sorgen für eine möglichst angenehme Fahrt für Kleinkinder und somit auch eine entspanntere Fahrt für die Eltern.

9 Tipps für eine entspanntere Autoreisen mit Babys und Kleinkindern

Die Routenplanung kann schon für eine angenehmere Reise sorgen. Auf einer Fähre kann man sich voll und ganz um den Nachwuchs kümmern.
Die Routenplanung kann schon für eine angenehmere Reise sorgen. Auf einer Fähre kann man sich voll und ganz um den Nachwuchs kümmern.
  1. Die Routenplanung:
    • Bei der Planung der Route sollte man schauen, wie man die Langstrecke so gestaltet, dass gar nicht erst zu viel Langeweile aufkommen kann. So sorgt der Besuch von Verwandten auf der Strecke für Abwechslung und bei Kleinkindern für Vorfreude. Vielleicht bietet sich ja auch die Möglichkeit, die Reisestrecke auf der Autobahn durch Fährfahrten oder einer Autozug-Strecke zu verkürzen? Echtzeit Verkehrsmeldungen (via Fahrzeug-Navi oder Handy) sorgen zudem dafür, dass man nicht im Stau stecken bleibt, sondern diesen nötigenfalls umfährt.
  2. Der Baby-Sitz:
    • Die Babyschale ist aufgrund der oben beschriebenen Sitzposition sicherlich die ungemütlichste, wenn auch sicherste Art für ein Baby zu reisen. Je nach Kindersitz kann man aber schauen, ab wann der nächstgrößere und damit auch gemütlichere Kindersitz möglich ist und ob man vor der kommenden Langstrecke auf diesen wechseln möchte. Auch dann wird das Kind noch in einem Reboarder-Sitz sitzen und entgegen der Fahrtrichtung fahren (gemäß UN R129 (I-SIZE) NORM mindestens bis zum Alter von 15 Monaten). Das Kleinkind kann aber dann vielleicht schon nach hinten zum Fenster hinausschauen und ist sogleich etwas mehr abgelenkt.
  3. Unterhaltung:
    • Musik: Spielen Sie Ihrem Kind zuhause Kindermusik vor? Dann nehmen Sie diese auch mit ins Auto. Bei den bekannten Klängen wird es sich gleich etwas wohler fühlen. Singen Sie Ihrem Kind zuhause Lieder vor? Dann machen Sie das auch während der Fahrt.
    • Spielsachen: Nehmen Sie einige Spielsachen mit ins Auto. Von Zeit zur Zeit erhält das Kind dann eines seiner Baby-Spielsachen (Knitterbuch, den Oball, Kuscheltier,…) und ist für ein paar Minuten beschäftigt.
    • Buntes Bild an Sitzlehne: Um den Blick aus der Babyschale heraus etwas weniger eintönig zu machen, kann man ein buntes Bild an die Sitzlehne im Blickfeld anbringen.
  4. Windel rechtzeitig wechseln:
    • Nichts ist schlimmer für die kleinen Mitreisenden, als in einer vollen Windel zu sitzen. Ein wunder Popo wird auch die Folgeetappen begleiten. Daher ist es wichtig, immer wieder zu schauen, ob ein Windelwechsel nötig ist.
  5. Kinderfreundliche Etappen:
    • Ein kompletter Tag im Auto ist – selbst mit Pausen – für ein Baby ein verlorener Tag. Wir empfehlen, wenn Sie eine sehr lange Strecke bewältigen müssen, Tagesetappen von nicht mehr als 3-4 h pro Tag einzuplanen. Ist man gezwungen, viel Strecke an einem Tag hinter sich zu bringen, dann unbedingt zwischendurch eine sehr lange Pause (1 bis 2 Stunden) z.B. mit Mittagessen und anschließendem Spielen auf einem Spielplatz einzulegen. Bei Übernachtungen auch unbedingt auf kinderfreundliche Unterkünfte (mit Spielplatz) achten und nach der Ankunft noch einen Spaziergang zu machen. Krabbelkinder lässt man noch etwas krabbeln und bereits laufende Kinder bekommen noch Bewegung.
Ein toller Spielplatz in der Pause sorgt bei Babys für eine willkommene Abwechslung.
Ein toller Spielplatz in der Pause sorgt bei Babys für eine willkommene Abwechslung.
  1. Reise-Tageszeit:
    • Mit Kindern, die sowieso nicht gerne Auto fahren, startet man lieber früh am Morgen. Morgens sind die Babys ausgeschlafen und fit, am Nachmittag/Abend werden sie eher quengelig.
  2. Auto-Ausstattung:
    • Klimaanlage: Die Temperatur im Auto sollte nicht zu warm und nicht zu kalt sein. Eine Klimaanlage hilft hier sehr, die optimale Temperatur zu halten. Dabei sollten die Lüftungsdüsen nicht direkt zum Kind zeigen.
    • Sonnenrollos / getönte Scheiben: Keiner mag es, wenn die Sonne direkt ins Gesicht strahlt, ohne dass man sich wegdrehen kann. Getönte Scheiben bei den Fenstern der kleinen Mitreisenden sind schon einmal hilfreich, da sie etwas die Sonneneinstrahlung reduzieren. Dennoch reichen sie – zumindest im Sommer – meist nicht aus. Daher sind Sonnenrollos oder Sonnenblenden sehr hilfreich, um die Sonneneinstrahlung weiter zu reduzieren. Hierbei sind im Fahrzeug ab Werk integrierte Rollos oder für das Fahrzeug exakt passende Klemm-Sonnenblenden den per Saugnapf anzubringenden Varianten überlegen, da man mit diesen auch noch die Fenster öffnen kann.
  3. Entspannt starten:
    • Es klingt vielleicht trivial, wirkt aber: Die Eltern sollten möglichst ausgeschlafen sein, bevor die Langstrecke in Angriff genommen wird. Wenn die Eltern entspannt sind, überträgt sich das auf den Nachwuchs. Zusätzlich reagiert man gelassener, wenn das Baby dann doch mal schreit.
  4. Mama oder Papa setzt sich daneben:
    • Wenn alle Stricke reißen, dann setzt sich Mama (oder auch Papa) auf den Platz neben das Baby, streichelt es und nimmt es an die Hand. Das wird das Kind beruhigen. In solchen Fällen raten wir aber von extremen Langstrecken ab, bis das Baby etwas größer ist.

Was man besser nicht macht

  • Langstrecken via Landstrasse zurücklegen:
    • Es mag zwar vielleicht abwechslungsreicher erscheinen, aber die Gefahr von Übelkeit bei den kleinen Mitreisenden wird hierdurch größer. Die Eintönigkeit der Autobahn hingegen erhöht die Chance, dass die Babys müde werden und eher einschlafen.
  • Dem Baby etwas zu Essen oder zu Trinken in die Hand geben:
    • Wenn es sich verschluckt, müsste man sehr schnell rechts ranfahren.

Wie ist Ihre Erfahrung in Bezug auf Autoreisen mit Babys und kleinen Kindern?

Wir hoffen, mit diesen Tipps dazu beigetragen zu haben, dass Ihre nächste Fahrt mit Ihrem Kleinkind etwas entspannter wird. Hat es geholfen oder haben Sie weitere Tipps. Dann schreiben Sie uns gerne einen Kommentar.

Tipps und Tricks, wie man Kinder im Kindergartenalter und Grundschulalter (Primarschule) während der Fahrt bei Laune hält, finden Sie in einem weiteren Artikel.

Unsere Tipps für Flugreisen mit Babys und Kleinkindern haben wir bereits in einem weiteren Artikel zusammengefasst.

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